
Wann ist eine Verpackung eigentlich nachhaltig? Das ist oft schwieriger zu beurteilen, als es auf den ersten Blick scheint. Eine Verpackung kann aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt sein, aber bei der Produktion viel Energie benötigen. Eine andere Verpackung kann aus Erdöl hergestellt sein, dafür aber sehr gut recycelbar sein. Und Verpackungen, die mehrfach wiederverwendet werden, bieten wiederum andere Vorteile.
Um diese Unterschiede transparenter und leichter vergleichbar zu machen, haben wir die Ecolinq Umweltbewertung entwickelt. Wir bewerten Verpackungen anhand von sieben verschiedenen Kriterien. Für jedes Kriterium erhält eine Verpackung Punkte. Insgesamt kann eine Verpackung maximal 12 Punkte erreichen. Je höher die Punktzahl, desto höher ist die Ecolinq Umweltbewertung.
1. Umweltauswirkungen der Produktion: maximal 2 Punkte
Die Herstellung jeder Art von Verpackung erfordert Energie und Rohstoffe. Einige Materialien benötigen bei ihrer Herstellung jedoch deutlich mehr Energie, Wasser oder Chemikalien als andere.
Materialien, deren Herstellung eine vergleichsweise geringe Umweltbelastung verursacht, erhalten 2 Punkte. Materialien mit einer durchschnittlichen Produktionsbelastung erhalten 1 Punkt. Ist der Produktionsprozess besonders energie-, wasser- oder chemikalienintensiv, werden keine Punkte vergeben.
0 Punkte: hohe Umweltbelastung bei der Produktion
Ein Material erhält 0 Punkte, wenn seine Herstellung eine vergleichsweise hohe Umweltbelastung verursacht. Der Produktionsprozess benötigt im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien große Mengen an Energie, Wasser und/oder eine intensive chemische Verarbeitung.
Materialien dieser Kategorie erfordern häufig eine intensive Verarbeitung der Rohstoffe. Sehr hohe Temperaturen, große Energiemengen oder komplexe chemische Prozesse können erforderlich sein, bevor das endgültige Verpackungsmaterial entsteht.
Merkmale einer hohen Produktionsbelastung sind beispielsweise:
- hoher Energieverbrauch bei der Produktion
- sehr hohe Temperaturen während des Produktionsprozesses
- intensive Verarbeitung oder Raffination der Rohstoffe
- viele oder komplexe Verarbeitungsschritte bis zum fertigen Material
- umfangreicher Einsatz von Wasser und/oder Chemikalien während der Produktion
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind Primäraluminium und Glas. Die Herstellung von Primäraluminium erfordert sehr große Mengen an Elektrizität, um Aluminium aus seinem Rohstoff zu gewinnen. Bei der Glasherstellung müssen die Rohstoffe bei sehr hohen Temperaturen geschmolzen werden, was ebenfalls viel Energie benötigt.
Wichtig: 0 Punkte bedeuten nicht, dass das Material insgesamt schlecht für die Umwelt ist. Es bedeutet lediglich, dass seine Produktionsbelastung im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien relativ hoch ist. Glas kann beispielsweise eine lange Lebensdauer haben, wiederverwendet und sehr gut recycelt werden. Diese Eigenschaften werden bei den anderen Kriterien der Ecolinq Umweltbewertung separat berücksichtigt.
1 Punkt: durchschnittliche Umweltbelastung bei der Produktion
Ein Material erhält 1 Punkt, wenn seine Herstellung eine durchschnittliche Umweltbelastung verursacht. Es sind mehrere Produktionsschritte erforderlich und bei der Verarbeitung werden Energie, Wasser und/oder Chemikalien eingesetzt, der Produktionsprozess gehört jedoch nicht zu den besonders umweltintensiven Verfahren.
Materialien dieser Kategorie benötigen im Allgemeinen mehr Verarbeitung als Materialien mit einer geringen Produktionsbelastung. Der Rohstoff muss beispielsweise verarbeitet, erhitzt, getrocknet, raffiniert oder umgewandelt werden, bevor daraus ein geeignetes Verpackungsmaterial hergestellt werden kann.
Merkmale einer durchschnittlichen Produktionsbelastung sind beispielsweise:
- durchschnittlicher Energieverbrauch bei der Produktion
- Wasserverbrauch in verschiedenen Phasen des Produktionsprozesses
- Einsatz von Chemikalien oder anderen Verarbeitungshilfsmitteln
- Erhitzen, Trocknen oder andere energieverbrauchende Prozesse, ohne dass diese außergewöhnlich energieintensiv sind
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind Papier, Karton, PLA, PE, CPP und BOPP. Papier und Karton benötigen beispielsweise Wasser und Energie, um die Fasern aufzubereiten sowie das Material zu formen und zu trocknen. Kunststoffe wie PE, CPP und BOPP benötigen Energie für die Polymerherstellung und die anschließende Verarbeitung zu Verpackungsfolie.
Wichtig: 1 Punkt bedeutet nicht, dass diese Materialien gut oder schlecht für die Umwelt sind. Es bedeutet lediglich, dass wir die Umweltbelastung ihrer Produktionsphase im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien als durchschnittlich bewerten. Andere Eigenschaften wie Materialherkunft, Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung werden innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung separat beurteilt.
2 Punkte: geringe Umweltbelastung bei der Produktion
Ein Material erhält 2 Punkte, wenn seine Herstellung eine vergleichsweise geringe Umweltbelastung verursacht. Dabei betrachten wir die Menge an Energie, Wasser und Chemikalien, die erforderlich ist, um den Rohstoff zu einem verwendbaren Verpackungsmaterial zu verarbeiten.
Materialien dieser Kategorie haben im Allgemeinen einen relativ einfachen Produktionsprozess, benötigen weniger energieintensive Verarbeitung oder werden aus Rohstoffen hergestellt, die nur begrenzt verarbeitet werden müssen. Auch Materialien aus landwirtschaftlichen Reststoffen können daher vergleichsweise gut abschneiden.
Merkmale einer geringen Produktionsbelastung sind beispielsweise:
- vergleichsweise geringer Energieverbrauch bei der Produktion
- begrenzter Wasserverbrauch
- wenige oder weniger intensive chemische Verarbeitungsschritte
- keine extrem hohen Temperaturen oder energieintensiven Prozesse
- vergleichsweise wenige Verarbeitungsschritte vom Rohstoff bis zum fertigen Material
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind Bagasse, Strohfasern und Hanffasern. Bagasse ist beispielsweise ein Reststoff aus der Verarbeitung von Zuckerrohr. Nachdem der Zuckersaft gewonnen wurde, können die verbleibenden Fasern zu Verpackungsmaterial weiterverarbeitet werden.
Wichtig: 2 Punkte bedeuten nicht, dass die Produktion keinerlei Auswirkungen auf die Umwelt hat. Jede Form der Materialherstellung benötigt Rohstoffe und Energie. Die Bewertung bedeutet, dass die Produktionsbelastung im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien relativ gering ist.
Die Einstufung innerhalb dieses Kriteriums lautet:
2 Punkte: geringe Umweltbelastung bei der Produktion
1 Punkt: durchschnittliche Umweltbelastung bei der Produktion
0 Punkte: hohe Umweltbelastung bei der Produktion
2. Materialherkunft: maximal 2 Punkte
Woher stammt das Material? Wir unterscheiden zwischen recycelten, nachwachsenden und fossilen Rohstoffen.
0 Punkte: Material aus neuen fossilen Rohstoffen
Eine Verpackung erhält 0 Punkte, wenn das Material vollständig aus neuen fossilen Rohstoffen hergestellt wird und kein recyceltes Material enthält.
Fossile Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas sind über Millionen von Jahren entstanden und erneuern sich nicht innerhalb menschlicher Zeiträume. Sie sind daher endliche, nicht erneuerbare Rohstoffe. Viele herkömmliche Kunststoffe werden vollständig oder teilweise aus diesen Rohstoffen hergestellt.
Werden für Verpackungen ausschließlich neue fossile Rohstoffe verwendet, müssen für jede neue Materialmenge erneut fossile Ressourcen gewonnen und verarbeitet werden. Gleichzeitig wird kein Material wiederverwendet, das sich bereits im Materialkreislauf befunden hat.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material ist vollständig oder nahezu vollständig fossilen Ursprungs
- es werden neue, nicht recycelte Rohstoffe verwendet
- das Material enthält keinen Recyclinganteil
- kein bestehender Materialstrom wird erneut als Rohstoff eingesetzt
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind PE, PP, PET, BOPP und CPP aus Neuware, wenn sie vollständig aus neuen fossilen Rohstoffen hergestellt werden.
Eine Verpackung aus 100 % neuem PE erhält daher 0 Punkte für die Materialherkunft. Werden beispielsweise 30 % recyceltes PE zugesetzt, reduziert sich der Einsatz neuer fossiler Rohstoffe und das Material erhält innerhalb unserer Methodik 1 Punkt.
Wichtig: 0 Punkte bedeuten nicht, dass Kunststoffverpackungen automatisch eine niedrige Gesamtbewertung erhalten. Eine Verpackung aus neuem PE kann beispielsweise eine einfache Monomaterialstruktur aufweisen und sehr gut recycelbar sein. Dafür kann sie Punkte bei den Kriterien Materialstruktur und End-of-Life erhalten. Dieses Kriterium bewertet ausschließlich die Herkunft der eingesetzten Rohstoffe.
1 Punkt: fossiles Material mit Recyclinganteil
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn das Material überwiegend aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird, aber zusätzlich einen Anteil an recyceltem Material enthält.
Fossile Rohstoffe sind Ressourcen, die über Millionen von Jahren entstanden sind, wie Erdöl und Erdgas. Viele Kunststoffe, darunter PE, PP und PET, werden traditionell aus diesen Rohstoffen hergestellt. Der Nachteil fossiler Rohstoffe besteht darin, dass sie sich innerhalb menschlicher Zeiträume nicht erneuern. Jede Menge neuen Kunststoffs aus Erdöl oder Erdgas erfordert daher den Einsatz neuer, endlicher Rohstoffe.
Innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung möchten wir den Einsatz neuer fossiler Rohstoffe so weit wie möglich begrenzen. Dennoch erhält ein fossiles Material mit Recyclinganteil 1 Punkt. Der Grund dafür ist, dass ein Teil des neuen fossilen Rohstoffs durch Material ersetzt wird, das bereits hergestellt und verwendet wurde. Dadurch bleiben vorhandene Rohstoffe länger im Materialkreislauf und der Bedarf an neuen fossilen Rohstoffen wird reduziert.
Wir unterscheiden daher bewusst zwischen 100 % neuem fossilem Material, das 0 Punkte erhält, und fossilem Material mit Recyclinganteil, das 1 Punkt erhält. Ein Material, das vollständig aus recycelten Rohstoffen besteht, erhält 2 Punkte. Auf diese Weise honoriert die Ecolinq Umweltbewertung jeden Schritt, der den Einsatz neuer fossiler Rohstoffe reduziert.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material ist vollständig oder überwiegend fossilen Ursprungs
- ein Teil des Materials besteht aus recycelten Rohstoffen
- das Material besteht somit aus einer Kombination aus neuen und recycelten Rohstoffen
- der Recyclinganteil reduziert die erforderliche Menge neuer fossiler Rohstoffe
Ein Beispiel ist eine PE-Verpackung mit 30 % recyceltem PE. Das Material basiert weiterhin auf fossilen Rohstoffen, aber 30 % des Rohstoffs stammen aus bereits hergestelltem und recyceltem PE. Diese Verpackung erhält daher innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung 1 Punkt für die Materialherkunft.
Der Anteil des recycelten Materials kann variieren. Innerhalb unserer Methodik erhält ein Material mit Recyclinganteil 1 Punkt, solange es nicht vollständig aus recyceltem Material besteht. Besteht das Material zu 100 % aus recycelten Rohstoffen, fällt es in die Kategorie 100 % recyceltes Material und erhält 2 Punkte.
Wichtig: Der Einsatz von Recyclingmaterial sagt nur etwas über die Herkunft der Rohstoffe aus. Er bedeutet nicht automatisch, dass die Verpackung nach Gebrauch erneut recycelt werden kann. Dies bewerten wir separat unter End-of-Life.
2 Punkte: 100 % recyceltes Material
Eine Verpackung erhält 2 Punkte, wenn das Material vollständig aus recycelten Rohstoffen hergestellt wird. Für das betreffende Material werden somit keine neuen, nicht recycelten Rohstoffe, auch Primärrohstoffe genannt, verwendet. Primärrohstoffe sind Rohstoffe, die erstmals zur Herstellung eines Materials eingesetzt werden, im Gegensatz zu Rohstoffen aus bereits verwendeten und recycelten Materialien.
Recyceltes Material stammt aus bereits verwendeten Produkten oder aus Materialströmen, die erneut als Rohstoff eingesetzt werden. Durch die Wiederverwendung dieser Materialien wird der Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert und vorhandene Materialien bleiben länger im Materialkreislauf.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material besteht zu 100 % aus recycelten Rohstoffen
- dem betreffenden Material wurden keine Primärrohstoffe zugesetzt
- bestehende Materialströme werden erneut als Rohstoffe eingesetzt
- dadurch wird der Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind 100 % recyceltes Papier, 100 % recycelter Karton und 100 % recyceltes PET (rPET).
Eine Verpackung aus 100 % recyceltem Karton erhält beispielsweise 2 Punkte für die Materialherkunft, da ausschließlich recycelte Fasern als Rohstoff für den Karton verwendet wurden.
Wichtig: 2 Punkte für die Materialherkunft sagen ausschließlich etwas darüber aus, woher die verwendeten Rohstoffe stammen. Sie bedeuten nicht automatisch, dass die Produktion eine geringe Umweltbelastung verursacht oder dass die Verpackung nach Gebrauch wieder effektiv recycelt werden kann. Diese Eigenschaften werden separat unter Produktionsauswirkungen und End-of-Life bewertet.
2 Punkte: biobasiertes Material aus nachwachsenden biologischen Rohstoffen
Eine Verpackung erhält 2 Punkte, wenn das Material biobasiert ist und aus nachwachsenden biologischen Rohstoffen hergestellt wird.
Biobasiert bedeutet, dass das Material vollständig oder überwiegend aus Biomasse stammt, beispielsweise aus Pflanzen, Bäumen, landwirtschaftlichen Nutzpflanzen oder Reststoffen aus Land- und Forstwirtschaft. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas können diese biologischen Rohstoffe innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums nachwachsen oder erneuert werden.
Merkmale sind beispielsweise:
- der Rohstoff ist biologischen Ursprungs
- der Rohstoff kann durch natürliches Wachstum erneuert werden
- für die Produktion werden keine oder nur sehr geringe Mengen fossiler Rohstoffe benötigt
- der Rohstoff kann aus einer speziell angebauten Nutzpflanze oder aus einem biologischen Reststoff stammen
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind Holz, Papier, Karton, Kraftpapier, Bagasse, Bambus, Kork, Baumwolle, Hanf, Jute und PLA pflanzlichen Ursprungs.
Bagasse stammt beispielsweise aus den faserigen Rückständen, die nach der Gewinnung des Saftes aus Zuckerrohr übrig bleiben. Da Zuckerrohr nachwachsen kann und die Fasern biologischen Ursprungs sind, betrachten wir Bagasse als biobasiertes Material aus einem nachwachsenden Rohstoff.
Wichtig: Biobasiert bedeutet nicht automatisch biologisch abbaubar, kompostierbar oder recycelbar. Ein Material kann vollständig biobasiert sein und dennoch nicht kompostierbar sein. Umgekehrt kann ein kompostierbares Material teilweise aus fossilen Rohstoffen bestehen. Dieses Kriterium bewertet ausschließlich die Herkunft des Rohstoffs. Was nach Gebrauch mit dem Material geschehen kann, wird separat unter End-of-Life bewertet.
3. End-of-Life: maximal 2 Punkte
Was geschieht mit einer Verpackung nach ihrer Verwendung? Kann das Material erneut als Rohstoff genutzt werden, kann es kompostiert werden oder bleibt letztlich nur die Verbrennung als realistische Verwertungsmöglichkeit?
Es wird nur ein End-of-Life-Weg bewertet. Recycling und Kompostierbarkeit werden daher nicht miteinander addiert.
0 Punkte: kein geeigneter Recycling- oder Kompostierungsweg
Eine Verpackung erhält 0 Punkte, wenn nach Gebrauch kein geeigneter Weg für Recycling oder Kompostierung zur Verfügung steht. Dadurch kann das Material nicht oder kaum erneut als Rohstoff verwendet werden und ist auch nicht für die Heim- oder industrielle Kompostierung geeignet.
Dies kommt insbesondere bei Verpackungen vor, die aus mehreren dauerhaft miteinander verbundenen Materialien bestehen. Die einzelnen Materialien können für sich genommen teilweise sehr gut recycelbar sein. Sind sie jedoch verklebt, laminiert oder beschichtet, lassen sie sich nicht mehr ausreichend voneinander trennen. Dadurch ist eine Verarbeitung über herkömmliche Recyclingströme häufig nicht möglich.
Merkmale sind beispielsweise:
- die Verpackung kann nicht ordnungsgemäß über einen bestehenden Materialstrom recycelt werden
- verschiedene Materialarten sind dauerhaft miteinander verbunden
- die Trennung der verschiedenen Schichten ist technisch schwierig oder nicht praktikabel
- die Rückgewinnung nutzbarer Rohstoffe ist schwierig oder nahezu unmöglich
- die Verpackung ist weder für Heim- noch für industrielle Kompostierung geeignet
- in der Praxis bleiben häufig Verbrennung mit Energierückgewinnung oder Entsorgung über den Restmüll als wichtigste Wege
Beispiele aus dem Ecolinq Sortiment sind bestimmte mehrschichtige laminierte Verpackungsfolien wie Kraft/PET/AL/LLDPE, Kraft/OPP/VMPET/LLDPE und PET/VMPET/PE. Die verschiedenen Material- und Barriereschichten verleihen diesen Verpackungen gute Schutzeigenschaften, lassen sich nach Gebrauch jedoch nicht einfach voneinander trennen. Dadurch ist ein hochwertiges Recycling der vollständigen Verpackung über herkömmliche Abfallströme nicht ohne Weiteres möglich.
Wir vergeben für diese Verpackungen 0 Punkte für End-of-Life, da das verwendete Material nach der Entsorgung nicht über einen geeigneten Recycling- oder Kompostierungsweg in den Materialkreislauf zurückgeführt werden kann.
Wichtig: 0 Punkte für End-of-Life bedeuten nicht, dass die Verpackung keine funktionalen Vorteile hat. Mehrschichtige Verpackungen können beispielsweise eine sehr wirksame Sauerstoff-, Feuchtigkeits- oder Lichtbarriere bieten und dadurch die Haltbarkeit eines Produktes verlängern. Bei diesem Kriterium bewerten wir jedoch ausschließlich, was nach der Verwendung mit der Verpackung geschehen kann.
1 Punkt: für Recycling mit geringerer Materialqualität geeignet
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn das Material nach Gebrauch recycelt werden kann, dabei jedoch einen Teil seiner ursprünglichen Qualität oder Eigenschaften verliert. Dadurch kann das recycelte Material in der Regel nicht erneut für dieselbe hochwertige Anwendung eingesetzt werden.
Dies wird auch als Downcycling bezeichnet. Das Material erhält ein zweites Leben, wird jedoch zu einem Produkt mit geringeren Materialanforderungen verarbeitet. Seine Qualität nimmt im Laufe der Zeit häufig weiter ab, wodurch die Anzahl möglicher weiterer Recyclingzyklen begrenzt wird.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material kann nach Gebrauch gesammelt und recycelt werden
- die Materialqualität nimmt beim Recycling deutlich ab
- das recycelte Material ist für die ursprüngliche Anwendung weniger geeignet
- das Material wird hauptsächlich für Produkte mit geringeren Qualitätsanforderungen eingesetzt
- der ursprüngliche Materialkreislauf wird nicht vollständig geschlossen
Ein Beispiel aus dem Ecolinq Sortiment sind bestimmte laminierte oder beschichtete Papierverpackungen. In einigen Fällen können die Papierfasern noch zurückgewonnen und zu Papierprodukten mit geringeren Qualitätsanforderungen verarbeitet werden. Beschichtungen, Klebstoffe oder andere Materialrückstände verhindern jedoch ein hochwertiges Recycling zu einer gleichwertigen Verpackung. Ist die Materialkombination überhaupt nicht recycelbar, gehört sie allerdings in die Kategorie mit 0 Punkten und nicht in die Kategorie mit 1 Punkt.
Wir vergeben für diese Materialien 1 Punkt, weil das Recycling verhindert, dass das Material unmittelbar verloren geht, und eine erneute Nutzung als Rohstoff ermöglicht. Wert und Qualität des Materials bleiben jedoch weniger gut erhalten als bei hochwertigem Recycling, für das innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung 2 Punkte vergeben werden.
Wichtig: Der Unterschied zwischen hochwertigem und geringerwertigem Recycling liegt vor allem darin, was nach dem Recycling aus dem Material hergestellt werden kann. Kann es erneut für dieselbe oder eine vergleichbar hochwertige Anwendung eingesetzt werden, betrachten wir dies als hochwertiges Recycling. Kann es hauptsächlich nur noch für Anwendungen mit geringeren Materialanforderungen genutzt werden, bewerten wir dies als geringerwertiges Recycling.
1 Punkt: industriell kompostierbar
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn das Material industriell kompostierbar ist. Das bedeutet, dass das Material in einer professionellen Kompostierungsanlage biologisch abgebaut werden kann, in der Bedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit und Sauerstoffzufuhr kontrolliert werden.
Industrielle Kompostierung unterscheidet sich daher deutlich von der Heimkompostierung. In einer industriellen Anlage werden während des Kompostierungsprozesses höhere Temperaturen erreicht und die Bedingungen aktiv kontrolliert. Einige kompostierbare Materialien benötigen genau diese Bedingungen, um innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausreichend abgebaut zu werden.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material ist nachweislich für die industrielle Kompostierung geeignet
- für einen ordnungsgemäßen Abbau sind kontrollierte Kompostierungsbedingungen erforderlich
- das Material benötigt höhere Temperaturen als bei der Heimkompostierung erreicht werden
- das Material wird während des Kompostierungsprozesses biologisch abgebaut
- die vollständige Verpackung muss für die industrielle Kompostierung geeignet sein, nicht nur eine einzelne Materialkomponente
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind PLA und CPLA sowie Verpackungen, die nachweislich als industriell kompostierbar zertifiziert sind.
PLA-Verpackungen können sich beispielsweise unter den richtigen industriellen Bedingungen abbauen, werden unter normalen Bedingungen auf einem heimischen Komposthaufen jedoch nicht ausreichend kompostiert. Innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung unterscheiden wir daher zwischen heimkompostierbar, wofür 2 Punkte vergeben werden, und industriell kompostierbar, wofür 1 Punkt vergeben wird.
Wir vergeben für industriell kompostierbare Verpackungen 1 Punkt, weil für das Material ein geeigneter End-of-Life-Weg vorhanden ist, dieser jedoch von einer spezialisierten Infrastruktur und kontrollierten Bedingungen abhängt. Zudem bedeutet industriell kompostierbar nicht automatisch, dass eine Verpackung in der Praxis überall über die reguläre Bioabfallsammlung verarbeitet werden kann.
Wichtig: Industriell kompostierbar bedeutet nicht, dass Verpackungen in der Natur zurückgelassen werden dürfen. Auch muss die vollständige Verpackung für die industrielle Kompostierung geeignet sein. Eine kompostierbare Folie in Kombination mit einem nicht kompostierbaren Material macht daher nicht automatisch die gesamte Verpackung industriell kompostierbar.
2 Punkte: für hochwertiges Recycling geeignet
Eine Verpackung erhält 2 Punkte, wenn das Material nach Gebrauch hochwertig recycelt und anschließend erneut als Rohstoff für dieselbe oder eine vergleichbare Produktart eingesetzt werden kann. Dadurch bleibt das Material so weit wie möglich im Materialkreislauf.
Bei hochwertigem Recycling geht es nicht nur darum, ob ein Material technisch recycelbar ist. Entscheidend ist, dass das recycelte Material eine ausreichende Qualität behält, um erneut als wertvoller Rohstoff eingesetzt zu werden. Dadurch kann der Einsatz neuer Rohstoffe reduziert werden.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material kann nach Gebrauch gesammelt, sortiert und recycelt werden
- die Materialqualität bleibt beim Recycling ausreichend erhalten
- das recycelte Material kann erneut für dasselbe oder ein vergleichbar hochwertiges Produkt verwendet werden
- beim Recycling entsteht kein oder nur ein begrenzter Qualitätsverlust
- mehrere Recyclingzyklen sind möglich
- das Material kann zu einem möglichst geschlossenen Materialkreislauf beitragen
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind Glas, Aluminium, bestimmte Metalle sowie gut recycelbare Monomaterialien wie Papier, Karton, PE, PP und PET, sofern Gestaltung und Zusammensetzung der Verpackung das Recycling nicht behindern.
Eine Verpackung aus Monomaterial-PE kann beispielsweise gesammelt und zu Kunststoffgranulat recycelt werden, das anschließend wieder als Rohstoff für Kunststoffprodukte eingesetzt werden kann. Gesammeltes Glas kann zu Glasscherben verarbeitet und erneut für die Herstellung von neuem Glas verwendet werden.
Wir vergeben für diese Verpackungen 2 Punkte, weil das Material nach Gebrauch nicht zwangsläufig verloren geht, sondern erneut als Rohstoff eingesetzt werden kann. Dadurch bleibt der Wert des Materials möglichst gut erhalten und der Bedarf an neuen Rohstoffen kann reduziert werden.
Wichtig: Ein Material, das theoretisch recycelbar ist, erhält nicht automatisch 2 Punkte. Wir betrachten die vollständige Materialzusammensetzung der Verpackung und die Möglichkeit eines hochwertigen Recyclings. Eine Kombination aus einzeln recycelbaren Materialien kann beispielsweise dennoch schlecht recycelbar sein, wenn die verschiedenen Schichten nicht voneinander getrennt werden können.
2 Punkte: heimkompostierbar
Eine Verpackung erhält 2 Punkte, wenn das Material heimkompostierbar ist. Das bedeutet, dass das Material unter normalen Bedingungen der Heimkompostierung biologisch abgebaut werden kann, ohne dass die hohen Temperaturen und kontrollierten Bedingungen einer industriellen Kompostierungsanlage erforderlich sind.
Während der Kompostierung bauen Mikroorganismen das Material in natürliche Bestandteile ab. Heimkompostierung findet bei niedrigeren und stärker schwankenden Temperaturen statt als industrielle Kompostierung. Heimkompostierbare Materialien müssen daher unter weniger kontrollierten Bedingungen abgebaut werden können.
Merkmale sind beispielsweise:
- das Material ist für die Kompostierung unter Heimkompostierungsbedingungen geeignet
- für den Abbau sind keine industriellen Kompostierungstemperaturen erforderlich
- das Material wird durch biologische Prozesse abgebaut
- nach vollständiger Kompostierung bleiben keine sichtbaren Reste des ursprünglichen Materials zurück
- die Verpackung ist nachweislich für die Heimkompostierung geeignet
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind bestimmte NatureFlex-Verpackungen, unbeschichtete Papierverpackungen, wobei Recycling hierfür gegebenenfalls die bessere Verwertungsmöglichkeit ist, sowie andere Materialien, die als heimkompostierbar zertifiziert sind.
Eine Verpackung erhält nicht allein aufgrund der Bezeichnung biologisch abbaubar 2 Punkte. Biologisch abbaubar und heimkompostierbar bedeuten nicht dasselbe. Wenn Sie den Unterschied kennenlernen möchten, lesen Sie unseren Artikel dazu: Unterschied zwischen kompostierbar und biologisch abbaubar. Für diese Bewertung muss ausreichend nachgewiesen sein, dass das Material tatsächlich für die Heimkompostierung geeignet ist.
Wir vergeben für heimkompostierbare Verpackungen 2 Punkte, weil nach Gebrauch ein Verwertungsweg zur Verfügung steht, bei dem das Material biologisch abgebaut werden kann, ohne dass eine industrielle Anlage erforderlich ist.
Wichtig: Heimkompostierbar bedeutet nicht, dass Verpackungen einfach in der Natur zurückgelassen werden dürfen. Die Bewertung bezieht sich auf die Kompostierung unter geeigneten Heimkompostierungsbedingungen. 2 Punkte für End-of-Life bedeuten außerdem nicht automatisch, dass die Verpackung insgesamt die höchste Ecolinq Umweltbewertung erhält. Die übrigen Eigenschaften werden anhand der anderen Kriterien separat bewertet.
4. Wiederverwendung: maximal 2 Punkte
Eine Verpackung länger zu nutzen, ist häufig besser, als sie unmittelbar nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen. Wiederverwendung spielt daher eine wichtige Rolle innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung.
0 Punkte: Einweg
Eine Verpackung erhält 0 Punkte, wenn sie für eine einmalige Verwendung konzipiert und bestimmt ist und nach dem Öffnen oder Gebrauch normalerweise nicht erneut für dieselbe oder eine vergleichbare Anwendung verwendet werden kann.
Dies betrifft Verpackungen, deren Konstruktion, Verschluss, Hygieneanforderungen oder Materialstärke eine Wiederverwendung unpraktisch oder unrealistisch machen. Nach Gebrauch wird die Verpackung im Allgemeinen entsorgt und anschließend, soweit möglich, recycelt, kompostiert oder über einen anderen Abfallstrom verarbeitet.
Beispiele sind:
- ein Standbodenbeutel, der nach dem Verbrauch des Inhalts entsorgt wird
- ein flacher, dünner Glassine- oder PLA-Beutel für Lebensmittel
- ein Versandbeutel
- eine Pralinenschachtel
- eine Einweg-Lebensmittelverpackung
Eine Verpackung kann sehr gut recycelbar oder kompostierbar sein und dennoch 0 Punkte für Wiederverwendung erhalten. Dieses Kriterium bewertet ausschließlich, ob die Verpackung erneut verwendet werden kann. Was nach der Entsorgung mit dem Material geschieht, wird separat unter End-of-Life bewertet.
Die Einstufung lautet daher:
2 Punkte: Wiederverwendbar
Für die mehrfache Verwendung konzipiert und bestimmt.
1 Punkt: Potenziell wiederverwendbar
Nicht speziell für die Wiederverwendung vorgesehen, in der Praxis jedoch realistisch wiederverwendbar.
0 Punkte: Einweg
Für die einmalige Verwendung konzipiert und bestimmt.
1 Punkt: potenziell wiederverwendbar
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn sie nicht speziell für die Wiederverwendung konzipiert wurde, aufgrund ihres Materials, ihrer Konstruktion oder ihrer Qualität in der Praxis jedoch erneut verwendet werden kann.
Der wesentliche Unterschied zu vollständig wiederverwendbaren Verpackungen besteht darin, dass die mehrfache Nutzung nicht der ursprüngliche Zweck der Verpackung ist. Grundsätzlich wird die Verpackung für einen Verpackungszyklus hergestellt, muss danach jedoch nicht zwangsläufig sofort entsorgt werden.
Die Verpackung muss ausreichend stabil und funktional bleiben, um tatsächlich erneut verwendet werden zu können. Es muss sich daher um eine realistische Möglichkeit zur Wiederverwendung handeln und nicht lediglich um eine theoretische.
Beispiele sind:
- ein stabiler Versandkarton, der für einen weiteren Versand verwendet werden kann
- eine Papier- oder Kunststofftragetasche, die stabil genug für mehrere Verwendungen ist
- eine stabile Schachtel, die nach dem Auspacken zur Aufbewahrung anderer Produkte genutzt werden kann
- bestimmte Gläser, Behälter oder Verpackungen, die vom Nutzer einer zweiten Verwendung zugeführt werden können
Ein Versandkarton ist ein gutes Beispiel. Er wird normalerweise hergestellt, um ein Produkt einmal zu versenden, und ist daher im engeren Sinne keine Mehrwegverpackung. Ist der Karton nach Erhalt jedoch noch in gutem Zustand, kann er ohne Anpassungen für einen weiteren Versand oder zur Aufbewahrung verwendet werden. Innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung erhält er daher 1 Punkt für potenzielle Wiederverwendung.
Die Einstufung lautet daher:
2 Punkte: für die mehrfache Verwendung konzipiert und bestimmt.
1 Punkt: nicht speziell für die Wiederverwendung vorgesehen, aber realistisch wiederverwendbar.
0 Punkte: für die einmalige Verwendung vorgesehen und in der Praxis nicht oder kaum wiederverwendbar.
2 Punkte: wiederverwendbar
Eine Verpackung erhält 2 Punkte, wenn sie tatsächlich dafür konzipiert und hergestellt wurde, während ihrer Lebensdauer mehrfach für dieselbe oder eine vergleichbare Anwendung verwendet zu werden.
Es geht also nicht nur darum, ob eine Verpackung technisch ein zweites Mal verwendet werden könnte. Konstruktion, Materialstärke und Gestaltung müssen eine wiederholte Nutzung ermöglichen. Die Verpackung muss mehrere Nutzungszyklen überstehen, ohne unmittelbar ihre wesentliche Funktion zu verlieren.
Merkmale, die auf eine wiederverwendbare Verpackung hinweisen können, sind beispielsweise:
- eine stabile Konstruktion, die mehrere Nutzungszyklen übersteht
- Materialien, die nach einmaligem Gebrauch nicht ihre Form oder Funktion verlieren
- ein Verschluss, der mehrfach geöffnet und geschlossen werden kann
- eine Gestaltung, bei der Wiederverwendung eindeutig Teil des vorgesehenen Einsatzzwecks ist
- ausreichende Haltbarkeit zum Aufbewahren, Nachfüllen oder erneuten Verwenden der Verpackung
Beispiele sind Baumwoll- und Jutetaschen, stabile Holzverpackungen, bestimmte Glasverpackungen und andere Verpackungen, die speziell für eine mehrfache Nutzung entwickelt wurden.
Eine Baumwolltragetasche ist ein eindeutiges Beispiel. Die Tasche wird nicht nur zufällig gelegentlich erneut verwendet, sondern Material, Griffe und Konstruktion machen sie ausdrücklich für die wiederholte Verwendung als Tragetasche geeignet.
Wichtig: Die Tatsache, dass ein Verbraucher eine Verpackung möglicherweise aufbewahren oder erneut verwenden kann, reicht für 2 Punkte nicht aus. Ein stabiler Versandkarton kann beispielsweise erneut genutzt werden. Wurde er ursprünglich jedoch als Einweg-Versandverpackung konzipiert, betrachten wir ihn nicht automatisch als vollständig wiederverwendbare Verpackung. Innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung fällt er unter potenziell wiederverwendbar und erhält 1 Punkt.
5. Materialstruktur: maximal 2 Punkte
Je einfacher der Aufbau einer Verpackung ist, desto leichter lässt sie sich nach Gebrauch im Allgemeinen verarbeiten. Deshalb betrachten wir auch die Anzahl der verschiedenen Materialien, aus denen eine Verpackung besteht.
0 Punkte: gemischte Materialien oder Beschichtungen, die nicht leicht trennbar sind
Eine Verpackung erhält 0 Punkte, wenn sie aus verschiedenen Materialien besteht, die dauerhaft miteinander verbunden sind und sich nach Gebrauch nicht oder nicht einfach voneinander trennen lassen. Dies gilt auch für Verpackungen, bei denen Beschichtungen, Laminate, Klebeschichten oder Folienschichten Teil der Materialstruktur sind.
Bei dieser Art von Verpackung lassen sich die einzelnen Materialien nicht einfach von Hand trennen. Dadurch gelangt die Verpackung als Kombination verschiedener Materialien in den Abfallstrom. Dies kann das Recycling erschweren oder ein hochwertiges Recycling der vollständigen Verpackung sogar unmöglich machen.
Merkmale sind beispielsweise:
- die Verpackung besteht aus zwei oder mehr unterschiedlichen Materialarten
- verschiedene Schichten sind laminiert, beschichtet oder miteinander verklebt
- die Materialien lassen sich nicht einfach von Hand trennen
- Beschichtungen oder Barrierefolien sind dauerhaft Bestandteil der Verpackung
- die Materialkombination kann Sortierung und Recycling erschweren
Beispiele sind Kraftpapier mit einer PE- oder PLA-Schicht, Papier mit Kunststoffbeschichtung sowie mehrschichtige Folien wie Kraft/PET/PE, PET/VMPET/PE oder Kraft/PET/AL/LLDPE.
Eine Verpackung aus Kraftpapier mit einer Kunststoff-Innenschicht kann beispielsweise überwiegend aus Papier bestehen, gilt innerhalb dieses Kriteriums jedoch nicht als Monomaterial. Ist die Kunststoffschicht dauerhaft mit dem Papier verbunden und kann nicht einfach entfernt werden, erhält die Verpackung daher 0 Punkte für die Materialstruktur.
Wichtig: 0 Punkte bedeuten nicht automatisch, dass die Verpackung überhaupt nicht recycelbar ist. Dieses Kriterium bewertet ausschließlich die Komplexität und Trennbarkeit der Materialstruktur. Was mit der vollständigen Verpackung nach Gebrauch in der Praxis geschehen kann, wird separat unter End-of-Life bewertet.
1 Punkt: gemischte Materialien, die leicht trennbar sind
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn sie aus zwei oder mehr unterschiedlichen Materialien besteht, diese Materialien nach Gebrauch jedoch einfach voneinander getrennt werden können.
Dies betrifft Verpackungen, bei denen die verschiedenen Komponenten nicht dauerhaft verklebt, laminiert oder auf andere Weise untrennbar miteinander verbunden sind. Der Nutzer muss die Materialien ohne Spezialwerkzeug oder komplizierte Arbeitsschritte voneinander trennen können.
Durch die Trennung der verschiedenen Materialien können diese jeweils dem geeigneten Abfallstrom zugeführt werden. Dadurch ist das Recycling der einzelnen Materialarten besser möglich als bei Verpackungen, deren verschiedene Materialien dauerhaft miteinander verbunden sind.
Merkmale sind beispielsweise:
- die Verpackung besteht aus zwei oder mehr unterschiedlichen Materialarten
- die verschiedenen Komponenten sind eindeutig erkennbar
- die Materialien können einfach von Hand getrennt werden
- es gibt keine dauerhaften Laminate oder Verbindungen, die eine Trennung unmöglich machen
- nach der Trennung können die einzelnen Materialien ihren jeweiligen Abfallströmen zugeführt werden
Beispiele sind ein Glasbehälter mit Metalldeckel, eine Glasverpackung mit Korken, eine Geschenkbox aus Kraftpapier mit PET-Fenster oder Holzverschluss sowie eine Kartonverpackung mit einem leicht entfernbaren Kunststoffteil.
Wichtig: 1 Punkt sagt ausschließlich etwas über die Materialstruktur und die Möglichkeit aus, die verschiedenen Materialien voneinander zu trennen. Ob die einzelnen Materialien anschließend tatsächlich hochwertig recycelt werden können, wird separat unter End-of-Life bewertet.
2 Punkte: Monomaterial
Eine Verpackung erhält 2 Punkte, wenn sie vollständig oder nahezu vollständig aus einer einzigen Materialart besteht. Die Verpackung enthält keine anderen Materialarten, die die Verarbeitung des Hauptmaterials nach Gebrauch wesentlich beeinträchtigen.
Eine einfache Materialstruktur ist wichtig, da Verpackungen aus nur einer Materialart im Allgemeinen wesentlich leichter zu recyceln sind als Verpackungen, in denen verschiedene Materialien kombiniert werden. Vor dem Recycling muss das Material nicht zunächst von anderen Materialarten getrennt werden, sofern dies überhaupt möglich wäre, und kann als einheitlicher Materialstrom sortiert und verarbeitet werden.
Merkmale eines Monomaterials sind beispielsweise:
- die Verpackung besteht aus einer Materialart
- unterschiedliche Materialarten sind nicht dauerhaft miteinander verklebt oder laminiert
- eventuelle geringfügige Zusätze beeinträchtigen die Verarbeitung des Hauptmaterials nicht wesentlich
- die Verpackung kann als Ganzes einem einzigen Materialstrom zugeführt werden
Beispiele innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung sind PE-Folie, PP-Folie, BOPP, PET, PLA, Kraftpapier, Karton, Glas, Metall und Holz, sofern die Verpackung nicht mit anderen Materialien kombiniert ist, die die Verarbeitung beeinträchtigen.
Eine ausschließlich aus PE hergestellte Verpackung ist beispielsweise ein Monomaterial. Auch wenn mehrere PE-Schichten verwendet werden, kann die Verpackung weiterhin als Monomaterial betrachtet werden, da alle Schichten aus derselben Materialart bestehen.
Wichtig: 2 Punkte für die Materialstruktur bedeuten nicht automatisch, dass die Verpackung hochwertig recycelbar ist. Dieses Kriterium bewertet ausschließlich, wie einfach die Verpackung hinsichtlich ihrer Materialien aufgebaut ist. Ob das Material nach Gebrauch tatsächlich effektiv recycelt werden kann, wird separat unter End-of-Life bewertet.
6. Chemische Belastung: maximal 1 Punkt
Druckfarben, Beschichtungen, Klebstoffe und andere Zusatzstoffe können ebenfalls die Umweltbelastung und die Verarbeitung einer Verpackung beeinflussen.
0 Punkte: schädliche Stoffe vorhanden oder unzureichend bekannt
Eine Verpackung erhält 0 Punkte, wenn sie schädliche oder unerwünschte Druckfarben, Zusatzstoffe, Beschichtungen, Klebstoffe oder andere zugesetzte Stoffe enthält. Ebenfalls werden keine Punkte vergeben, wenn nicht ausreichend Informationen über die verwendeten Stoffe vorliegen.
Verpackungen können verschiedene Stoffe zugesetzt werden, um Farbe, Bedruckung, Flexibilität, Barriereeigenschaften oder andere technische Eigenschaften zu erzielen. Einige dieser Stoffe können eine zusätzliche Umweltbelastung verursachen oder das Recycling beziehungsweise die Kompostierung der Verpackung erschweren.
Merkmale sind beispielsweise:
- es wurden schädliche oder unerwünschte Druckfarben, Farbstoffe oder Pigmente verwendet
- das Material enthält Zusatzstoffe, die eine relevante chemische Belastung verursachen können
- Beschichtungen, Klebstoffe oder andere Behandlungen enthalten Stoffe, die für Mensch oder Umwelt schädlich sein können
- die verwendeten Zusatzstoffe können Recycling oder Kompostierung beeinträchtigen
- die Zusammensetzung von Druckfarben, Beschichtungen, Klebstoffen oder Zusatzstoffen ist nicht ausreichend bekannt
- es liegen nicht genügend Informationen vor, um festzustellen, dass die Verpackung die Voraussetzungen für 1 Punkt erfüllt
Beispiele können stark behandelte oder beschichtete Verpackungen, Verpackungen mit bestimmten Druckfarben oder Klebstoffen sowie Verbundverpackungen sein, bei denen nicht genügend Informationen über die verwendeten Zusatz- oder Verarbeitungshilfsstoffe vorliegen.
Wir wenden hier bewusst das Vorsorgeprinzip an. Wenn uns nicht genügend Informationen vorliegen, um mit ausreichender Sicherheit festzustellen, dass eine Verpackung frei von relevanten schädlichen Stoffen ist, vergeben wir keinen Punkt. Unbekannt bedeutet nicht automatisch, dass eine Verpackung schädliche Stoffe enthält. Es bedeutet jedoch, dass wir die bessere Bewertung nicht ausreichend begründen können.
Wichtig: 0 Punkte bedeuten daher nicht immer, dass nachgewiesen wurde, dass die Verpackung schädlich ist. Es kann auch bedeuten, dass nicht genügend zuverlässige Informationen vorliegen, um das Gegenteil festzustellen. Innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung vergeben wir den Punkt nur dann, wenn die chemische Belastung ausreichend bekannt ist und als vertretbar bewertet wird.
1 Punkt: frei von schädlichen Druckfarben, Zusatzstoffen und vergleichbaren Stoffen
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn das Material keine schädlichen Druckfarben, Zusatzstoffe, Beschichtungen oder andere zugesetzte Stoffe enthält, die eine unnötige chemische Belastung verursachen oder die Verarbeitung des Materials nach Gebrauch beeinträchtigen können.
Eine Verpackung besteht nicht ausschließlich aus dem Basismaterial. Während der Produktion können auch Druckfarben, Farbstoffe, Klebstoffe, Beschichtungen, Weichmacher und andere Zusatzstoffe eingesetzt werden. Diese Stoffe können die Umweltbelastung der Verpackung und in einigen Fällen auch ihre Recycling- oder Kompostierbarkeit beeinflussen.
Merkmale sind beispielsweise:
- es wurden keine schädlichen Druckfarben oder Farbstoffe verwendet
- das Material enthält keine schädlichen oder unerwünschten Zusatzstoffe
- es wurden keine Beschichtungen oder Behandlungen eingesetzt, die eine zusätzliche chemische Belastung verursachen
- die verwendeten Klebstoffe, Druckfarben und sonstigen Verarbeitungshilfsmittel stellen kein relevantes Hindernis für die Verarbeitung nach Gebrauch dar
- es liegen ausreichend Informationen über die verwendeten Stoffe vor, um diese Bewertung vornehmen zu können
Beispiele aus dem Ecolinq Sortiment sind unbedruckte und unbehandelte Papier- oder Kartonverpackungen, einfache unbeschichtete Kraftpapierbeutel, unbehandeltes Holz und bestimmte unbedruckte Monomaterial-Kunststoffe, sofern bekannt ist, dass keine schädlichen Zusatzstoffe verwendet wurden.
Auch bedruckte Verpackungen können 1 Punkt erhalten. Eine Bedruckung bedeutet nicht automatisch eine hohe chemische Belastung. Werden geeignete Druckfarben verwendet, beispielsweise wasserbasierte Farben, die keine relevanten schädlichen Stoffe enthalten und die weitere Verarbeitung der Verpackung nicht wesentlich beeinträchtigen, kann die Verpackung dieses Kriterium weiterhin erfüllen.
Wichtig: 1 Punkt bedeutet nicht, dass eine Verpackung vollständig frei von sämtlichen chemischen Stoffen ist. Nahezu jedes Material enthält oder benötigt während der Produktion bestimmte Verarbeitungshilfsmittel. Innerhalb dieses Kriteriums bewerten wir, ob schädliche oder umweltbelastende Zusatzstoffe vorhanden sind, die für die Verpackung und ihre Verarbeitung nach Gebrauch relevant sind.
7. Logistik: maximal 1 Punkt
Nicht nur das Material selbst spielt eine Rolle. Verpackungen müssen auch vom Produktionsstandort zu unseren Kunden transportiert werden.
Deshalb berücksichtigen wir den Produktionsstandort in unserer Ecolinq Umweltbewertung.
0 Punkte: außerhalb der Europäischen Union produziert
Eine Verpackung erhält 0 Punkte, wenn sie außerhalb der Europäischen Union produziert wird. Produkte aus Ländern wie China, Vietnam oder den Vereinigten Staaten fallen beispielsweise in diese Kategorie.
Verpackungen, die außerhalb der EU hergestellt werden, müssen im Allgemeinen eine größere Entfernung zurücklegen, bevor sie Ecolinq oder unsere europäischen Kunden erreichen. Dafür ist häufig interkontinentaler Transport per Containerschiff erforderlich. In einigen Fällen wird Luftfracht eingesetzt, die pro transportiertem Kilogramm eine deutlich höhere Umweltbelastung verursachen kann.
Merkmale sind beispielsweise:
- die tatsächliche Produktion der Verpackung findet außerhalb der EU statt
- die durchschnittliche Transportentfernung zum europäischen Markt ist im Allgemeinen größer
- internationaler See-, Straßen- oder Lufttransport ist häufig erforderlich
- die transportbedingte Umweltbelastung kann dadurch höher sein
Eine Verpackung, die beispielsweise in China produziert und anschließend per Containerschiff nach Europa transportiert wird, erhält innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung 0 Punkte für Logistik.
Wichtig: 0 Punkte bedeuten nicht, dass eine Produktion außerhalb der EU zwangsläufig eine hohe Gesamtumweltbelastung verursacht. Ein effizient beladenes Containerschiff kann beispielsweise ein vergleichsweise effizientes Transportmittel sein, während auch innerhalb Europas große Transportentfernungen möglich sind. Die tatsächliche Logistikbelastung unterscheidet sich daher von Fall zu Fall.
Um die Ecolinq Umweltbewertung einfach, transparent und einheitlich auf Tausende von Produkten anwenden zu können, verwenden wir daher eine klare Grenze: Produktion innerhalb der EU erhält 1 Punkt, Produktion außerhalb der EU erhält 0 Punkte.
1 Punkt: innerhalb der Europäischen Union produziert
Eine Verpackung erhält 1 Punkt, wenn sie innerhalb der Europäischen Union produziert wird. Damit berücksichtigen wir innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung auch die Entfernung zwischen dem Produktionsstandort und dem europäischen Markt.
Verpackungen, die innerhalb der EU hergestellt werden, müssen im Allgemeinen kürzere Entfernungen zurücklegen, bevor sie Ecolinq oder unsere europäischen Kunden erreichen. Dies kann zu einer geringeren transportbedingten Umweltbelastung führen als bei vergleichbaren Verpackungen, die von außerhalb Europas importiert werden.
Eine Produktion innerhalb der EU ermöglicht zudem häufig den Transport per Straße oder Schiene, ohne dass interkontinentaler Transport per Containerschiff oder Flugzeug erforderlich ist.
Merkmale sind beispielsweise:
- die tatsächliche Produktion der Verpackung findet innerhalb der EU statt
- die Entfernung zu unserem wichtigsten europäischen Markt ist im Allgemeinen kürzer
- interkontinentaler Transport ist nicht erforderlich
- die Verpackung kann im Allgemeinen über den europäischen Straßen- oder Schienenverkehr transportiert werden
Verpackungen, die beispielsweise in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Italien oder Polen produziert werden, erhalten innerhalb der Ecolinq Umweltbewertung 1 Punkt für Logistik.
Wichtig: Der Produktionsstandort ist ein vereinfachter Indikator für die Logistikbelastung. Die tatsächlichen Transportemissionen hängen außerdem von Entfernung, Auslastung und Transportmittel ab. Um die Ecolinq Umweltbewertung einheitlich, verständlich und auf alle unsere Produkte anwendbar zu halten, verwenden wir daher eine klare Grenze: Produktion innerhalb der EU erhält 1 Punkt und Produktion außerhalb der EU erhält 0 Punkte.